# Experiment: Fluoreszenzmessung der Donau mit USB-Spektrometer ## Purpose Messung und Analyse von Fluoreszenzsignalen im Wasser der Donau mit einem tragbaren USB-Spektrometer. Ziel ist die Identifikation schwacher biolumineszenter oder fluoreszenter Effekte unter realen Umweltbedingungen. **Problemstellung:** Die Erfassung sehr schwacher Fluoreszenzsignale im Feld leidet unter Fremdlicht, Temperaturschwankungen und elektrischen Störungen. Das Experiment soll zeigen, wie durch Kalibration, Filterung und softwareseitige Korrekturen stabile Messdaten gewonnen werden können. **Ziele:** - Erfassen von spektralen Intensitäten im Bereich 350–800 nm - Kalibrierung und Fehlerkorrektur mittels Python-Logger-Skripten - Vergleichsmessungen zur Erkennung von Fremdlichtartefakten - Analyse von Rohdaten zur Signalbereinigung ## Kontext & Hintergrund Spektraldaten verschiedener Tiefenproben aus der Donau (0,3 m, 1 m, 2 m), jeweils mit photon/s-Werten und spektraler Kanalzuordnung. **Gruppierung:** - pro Tiefe - pro Kanal (RGB) - pro Zeitpunkt **Trace-Metadaten / zusätzliche Tags:** - Zeitstempel - Temperatur - Intensität - Kommentar zum Fremdlicht **Domänenkontext:** - Umweltmesstechnik - optische Spektroskopie - Datenloggerkalibrierung - Feldmessung **Motivation:** - Validierung einfacher Messaufbauten für Umweltfluoreszenzanalysen - Erprobung robuster Loggerverfahren bei Nachtmessungen - Vergleich natürlicher Lichtreflexionen mit induzierter Fluoreszenz ## Methode / Spezifikation **Übersicht:** - Aufbau des USB-Spektrometers mit justierter Linse und Kalibration auf Weißstandard - Referenzmessung mit definierter Lichtquelle zur Evaluierung von Selbstrauschen - Datenerfassung über Python-Logger mit kontinuierlichem Flush zur Vermeidung von Buffer Overflow - Algorithmische Glättung und Baseline-Korrektur der Rohdaten **Algorithmen / Verfahren:** - Kalibration: refCal_intensity-Bestimmung und darkNoise-Korrektur - Datenlogging: laufende Spektralerfassung im Millisekundentakt mit Timestamp - Signalverarbeitung: moving_avg zur Glättung, baseline-Subtraktion zur Kontrastanhebung - Ausreißerfilterung: Subtraktion unerwarteter Peaks durch Fremdlicht ## Input / Output ### Input-Anforderungen **Hardware:** - USB-Spektrometer (350–800 nm) - Laptop mit Python ≥ 3.8 - Powerbank ≥ 10 000 mAh - Luxmeter oder Smartphone-Sensor - Schutzgehäuse gegen Feuchtigkeit **Software:** - Python-Logger-Skript (beta_2) - Datenanalyse-Skript mit moving_avg() und baseline() - USB-Treiber für Spektrometer **Konfiguration:** - Referenzweiß-Kalibrierung vor jeder Messserie - Blende f/2,3 - Integrationszeit 200–400 s ### Erwartete Rohdaten **Felder pro Run:** - timestamp - channel - intensity_photon_per_s - temperature_C - remark **Formatbeispiele:** - 2024-03-15T23:41:15Z, Grün, 115±16, 4.2, Fremdlicht Schiff **Trace-Daten:** - Format: CSV oder JSON mit Floatwerten - Hinweis: Jede Messreihe enthält Kalibrierpunkte und Fremdlichtkommentare zur späteren Subtraktion ### Analyse-Ausgaben **Pro Gruppe / pro Governor:** - Mittelwert: 42,3 photon/s - Standardabweichung: 2,1 photon/s - Filtereffizienz: 94 % **Vergleichsausgaben:** - Messung ohne Fremdlicht vs Messung mit Schiffsreflexion - Δ: +90 % - Trace-Muster: Erkannte periodische Peaks (Temperaturdrift oder Strömungsmodulation) ## Workflow / Nutzung **Analyse-Workflow:** - Vorbereitung: Gerät auf Weißfläche kalibrieren - Aufnahme: logger-start Skript ausführen - Qualitätskontrolle: Signal vs. Dunkelrauschen prüfen - Nachbearbeitung: Glättung, Baseline-Korrektur, Ausreißer entfernen - Bericht: Mittelwerte, Peaks und Signifikanz evaluieren ### Trace-Template-Anforderungen **Ziel:** Standardisierte Erfassung reproduzierbarer Fluoreszenzsignale **Erforderliche Tags & Metadaten:** - timestamp - depth_m - lamp_intensity - noise_level - comment **trace-cmd-Setup:** - Skript mit flush=True betreiben - Messintervall > 200 s wählen - Rohdaten regelmäßig sichern **Run-Design für Contributors:** - Erfassen einer Kontrollprobe - Führungsprotokoll mit Lichtbedingungen dokumentieren - Fremdlichtsituationen manuell annotieren ## Interpretation & erwartete Ergebnisse **Kernbefunde:** - Kein signifikanter Nachweis biolumineszenter Aktivität - Stabile Basislinie trotz variabler Umweltbedingungen - Fremdlicht kann bis +90 % Intensitätszuwachs erzeugen, muss algorithmisch gefiltert werden **Implikationen für Experimente:** - Feldmessungen erfordern Echtzeitkorrektur von Fremdlicht - Thermische Stabilität des Sensors verbessert Signalqualität signifikant **Planungsziel:** - Ziel: Demonstration eines belastbaren Low-Cost-Protokolls für nächtliche Fluoreszenzmessungen unter Brückenbedingungen - Vorgehen: - Kalibration und Schutzmaßnahmen optimieren - Analytische Postprocessing-Methoden standardisieren ## Limitationen & Fallstricke **Datenbezogene Limitationen:** - Streulicht und Reflexionen von Wasseroberflächen verfälschen Intensitätswerte - Schwebstoffe verursachen spektrale Unschärfen **Kausalität & Generalisierbarkeit:** - Ergebnisse lokal bezogen, nicht übertragbar auf andere Fließgewässerbedingungen **Praktische Fallstricke:** - Pufferüberlauf im Logger bei zu langen Sessions - Temperaturdrift bei ungedämmtem Gehäuse - Feuchtigkeitseinwirkung auf USB-Kontakte ## Nächste Schritte & Erweiterungen **Geplante Experimente:** - Messungen mit erhöhter Integrationszeit über 400 s - Vergleich mit Nebenarm der Donau zur Isolierung diffuser Quellen **Analyseziele:** - Entwicklung automatischer Fremdlicht-Detektion auf Basis von Luxmeter-Daten **Regression & Modellierung:** - Zeitliche Analyse zur Trennung von Fremdlicht und Eigenemissionen - Korrelation zwischen Temperaturdrift und Signalfluktuation **Community-Beiträge:** - Dokumentation für Citizen-Science-Messungen bereitstellen - Leitfaden für sichere Feldmessungen veröffentlichen