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Dokumentation des UKW-Spektrum-Scans in urbaner Umgebung (Passau)
Purpose
Erfassung und Charakterisierung von UKW-Signalen im Frequenzbereich 87,5–108 MHz mittels Software Defined Radio (SDR) in urbaner Umgebung.
Problemstellung: In urbanen Räumen überlagern sich viele Reflexions- und Störquellen. Ziel ist die messtechnische Erfassung und Differenzierung von Rausch- und Signalanteilen im UKW-Band.
Ziele:
- Ermittlung urbaner Rauschcharakteristik und Signalverteilung im UKW-Band.
- Vergleich städtischer und offener Messpunkte zur Identifikation multipler Reflexionsquellen.
- Validierung des Geräterausschlags und Noise Floor unter realen Außenbedingungen.
Kontext & Hintergrund
CSV-Datei mit UKW-Messwerten (Signalstärke, Noise Floor, GPS, Zeit, Temperatur, Luftfeuchte).
Gruppierung:
- Standorte (z. B. Medienzentrum, Donauufer)
- Frequenzbänder (87,5–108 MHz)
Trace-Metadaten / zusätzliche Tags:
- GPS-Koordinaten zur Georeferenzierung
- Zeitmarken zur Synchronisierung der Scanzyklen
Domänenkontext:
- Urbanes HF-Spektrum
- SDR-basierte Frequenzanalyse
- Signalreflexion an metallischen und wasserführenden Oberflächen
Outlier-Definition:
- Methode: Signalabweichung außerhalb ±5 dB des medianen Noise Floor
- Beschreibung: Signale oberhalb der Toleranz gelten als potenzielle HF-Reflexionen oder Senderpeaks.
- Metrik: signal_dB
Motivation:
- Messung elektromagnetischer Aktivität nächtlicher Stadtumgebung
- Beobachtung möglicher Multipath-Effekte
- Vergleich von Messergebnissen an unterschiedlichen Standorten
Methode / Spezifikation
Übersicht:
- SDR-Hardware: RTL-SDR v3, Bias‑T aktiviert.
- Antennenkonfiguration: Horizontaler Dipol (1,2 m).
- Softwarestack: GQRX zur Empfangssteuerung, Python für logbasierte Spektrumsauswertung.
- Messintervall: 87,5–108 MHz in 200 kHz-Schritten.
Algorithmen / Verfahren:
- Automatischer Frequenzscan mit Protokollierung jeder Kanalstufe.
- Berechnung des Noise Floors und Signaldifferenz.
- Plotten gemittelter Signalstärken pro Frequenz (mittels pandas/matplotlib).
Input / Output
Input-Anforderungen
Hardware:
- RTL‑SDR v3 Empfänger
- Laptop (Linux/Windows/macOS)
- Bias‑T Versorgung
- GPS-Modul
Software:
- GQRX
- Python (pandas, matplotlib)
Konfiguration:
- Frequenzbereich: 87,5–108 MHz
- Bandbreite pro Scan: 200 kHz
- Gain manuell eingestellt (empfohlen: moderate AGC-Abschaltung)
Erwartete Rohdaten
Felder pro Run:
- timestamp
- latitude
- longitude
- frequency_MHz
- signal_dB
- noise_dB
- temperature_C
- humidity_percent
Formatbeispiele:
- 2024-03-14T22:59:16Z,48.570,N13.460,87.5,-92,-102,0.9,82
Trace-Daten:
- Format: CSV
- Hinweis: Daten pro Frequenzschritt mit zugehöriger GPS-Position.
Analyse-Ausgaben
Pro Gruppe / pro Governor:
- Mittelwert Signal_dB je Frequenz
- Standardabweichung des Noise Floors
- Signalpeaks oberhalb +10 dB über Grund
Vergleichsausgaben:
- Medienzentrum Passau vs Donaubrücke
- Δ: ≈ 3–5 dB
Workflow / Nutzung
Analyse-Workflow:
- Bereitstellen der SDR-Hardware und Antenne.
- Durchführen des Scans in 200 kHz-Schritten per Skript.
- Loggen der Daten in CSV.
- Nachbearbeitung: Plotten und Vergleich der Messpunkte.
Trace-Template-Anforderungen
Ziel: Erfassung von Frequenz, Signal, Noise und GPS zur räumlichen Interpretation.
Erforderliche Tags & Metadaten:
- timestamp
- frequency_MHz
- signal_dB
- noise_dB
- lat
- lon
trace-cmd-Setup:
- Verwende GQRX-Logfunktion oder Python-Skript mit rtl_power.
- Definiere Scanbandbreite und Schrittweite konsistent.
- Füge GNSS-Zeitstempel zur Synchronisierung hinzu.
Run-Design für Contributors:
- Messungen an verschiedenen urbanen Positionen.
- Wiederholungen zur Erfassung tageszeitabhängiger Variationen.
- Einhaltung rechtlicher HF-Empfangsbeschränkungen.
Interpretation & erwartete Ergebnisse
Kernbefunde:
- Urbaner Noise Floor stabil bei ca. –100 dB ±2 dB.
- Dominante Signalpeaks bei 93,2 MHz, 99,4 MHz, 104,8 MHz.
- Flächennahe Wasseroberflächen (Donau) erhöhen Signalstärke um 3–5 dB.
Implikationen für Experimente:
- Reflexionsumgebungen können als zusätzliche Senderverstärkung wirken.
- Vertikale Antennenpolarisation könnte Differenzen reduzieren.
Planungsziel:
- Ziel: Verständnis städtischer Signalüberlagerungen.
- Vorgehen:
- Vergleichende Messung zwischen reflektierenden und offenen Flächen.
- Statistische Auswertung der Signal-Stärke-Profile.
Limitationen & Fallstricke
Datenbezogene Limitationen:
- Begrenzte Frequenzauflösung durch feste 200 kHz-Schrittweite.
- Kein Spektralmittel über längere Integrationszeiten.
Kausalität & Generalisierbarkeit:
- Daten gelten nur für getestete Lokalität und Zeitfenster.
- Keine kausale Zuordnung zu spezifischen Senderquellen.
Praktische Fallstricke:
- Interferenzen durch Metallkonstruktionen (Geländer).
- Feuchtigkeitseinwirkung auf Kabel und Antennenkontakte.
Nächste Schritte & Erweiterungen
Geplante Experimente:
- Wiederholung bei Morgennebel und DAB-Band III.
Analyseziele:
- Vergleich UKW vs. DAB-Spektren für Reflexionsanalyse.
Regression & Modellierung:
- Modellierung von Signalabfall und Multipath-Verstärkung über Entfernung.
Community-Beiträge:
- Bereitstellung anonymer Frequenz-Spektren zur gemeinsamen Auswertung.
- Dokumentierter Aufbau für Replizierbarkeit durch andere SDR-Nutzer.