mika_radio_experiment/experiment_setup/README.md

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Experimentaufbau: Minimaler Radioempfang bei niedriger Temperatur

Purpose

Dokumentation eines passiven Radioexperiments zur Untersuchung von Temperatur- und Umwelteinfluss auf die Empfangsqualität.

Problemstellung: Wie verändert sich das Empfangsverhalten eines rein passiven Detektorradios ohne Stromquelle unter variierenden Umweltbedingungen?

Ziele:

  • Minimalistisches Empfangsgerät aus einfachen Leitermaterialien aufbauen
  • Spannungsschwankungen und Rauschverhalten unter Kälteeinfluss beobachten
  • Effekte durch Erdung und Antennenrichtung erfassen

Kontext & Hintergrund

Manuell erfasste Spannungs- und Temperaturwerte während einer nächtlichen Freiluftmessung.

Gruppierung:

  • Standardaufbau
  • Erdung aktiviert

Trace-Metadaten / zusätzliche Tags:

  • Zeitstempel
  • Temperatur
  • Spannung (mV)
  • Notiz

Domänenkontext:

  • Elektromagnetische Wellen
  • Passiver Gleichrichterkontakt
  • Mechanische Induktion durch Wind

Outlier-Definition:

  • Methode: Manuelle Identifikation von Spannungsspitzen
  • Beschreibung: Ungewöhnliche Signalauslenkungen > 1,5mV werden als potenzielle Empfangsereignisse markiert.
  • Metrik: Spannung (mV)

Motivation:

  • Demonstration von Radioempfang ohne konventionelle Stromversorgung
  • Bewertung von Materialverhalten (Kupfer, Grafit) bei Frostbedingungen
  • Erprobung einfacher Erdungskonzepte für Signalverstärkung

Methode / Spezifikation

Übersicht:

  • Verwenden eines selbstgebauten Kristalldetektors bestehend aus Kupferspule, Rasierklinge und Grafitkontakt
  • Verbindung mit hochohmigem Kopfhörer als Signalwandler
  • Ergänzende Erdung über metallische Geländeroberfläche zur Verstärkung des Signals

Algorithmen / Verfahren:

  • Wickeln einer Spule mit ca.90 Windungen 0,2mm Kupferdraht
  • Montieren eines feinen Grafit-Metall-Kontakts zur Gleichrichtung
  • Ausrichten eines 12m langen Antennendrahts entlang Nordrichtung
  • Messung der Signalspannung mit Multimeter im Bereich 02mV
  • Dokumentation jeder Konfigurationsänderung mit Zeitstempel und Temperatur

Input / Output

Input-Anforderungen

Hardware:

  • Kupferdraht Ø0,2mm (ca. 12m)
  • Rasierklingenstück
  • 2B-Grafitmine
  • Hochohmiger Kopfhörer
  • Holzplatte als Isolator
  • Antennendraht (1015m)
  • Digitalthermometer
  • Multimeter (mV-Bereich)

Software: Konfiguration:

  • Antenne auf freier Fläche, Spule auf Holzisolator montiert, Kontaktwinkel ca.45° zur Antennenachse

Erwartete Rohdaten

Felder pro Run:

  • Zeit
  • Temperatur (°C)
  • Spannung (mV)
  • Bemerkung

Formatbeispiele:

  • 00:45, -4.2, 0.9, Standardaufbau
  • 01:05, -4.1, 1.5, Erdung aktiv

Trace-Daten:

  • Format: Textlog
  • Hinweis: Optionale Notizen über wahrgenommene Audiosignale und Rauschverhalten

Analyse-Ausgaben

Pro Gruppe / pro Governor:

  • Mittelwert der Spannung
  • Maximalwert
  • Rauschlevel

Vergleichsausgaben:

  • Standardaufbau vs Erdung am Geländer

    • Δ: ≈ +0,6mV mittlere Spannung
  • Trace-Muster: Spannungsverlauf stabilisiert bei Erdung; Spannungsspitzen bei mechanischer Bewegung der Antenne.

Workflow / Nutzung

Analyse-Workflow:

  • Aufbaukomponenten gemäß Liste vorbereiten
  • Antenne und Spule montieren, Kontaktpunkt justieren
  • Basisspannung ohne Erdung messen (Referenz)
  • Erdung aktivieren, Spannung erneut markieren
  • Datenlog exportieren (Textdatei oder Notizbuch)

Trace-Template-Anforderungen

Ziel: Standardisierte Protokollierung physikalischer Empfangsparameter

Erforderliche Tags & Metadaten:

  • Zeit
  • Temperatur
  • Spannung
  • Setup-ID
  • Bemerkung

trace-cmd-Setup:

  • Messintervall ≤10min
  • Notieren aller Konfigurationsänderungen

Run-Design für Contributors:

  • Versuche bei verschiedenem Wetter und unterschiedlichen Erdungsmaterialien wiederholen

Interpretation & erwartete Ergebnisse

Kernbefunde:

  • Erdung verbessert Signalstärke und Stabilität
  • Mechanische Bewegung durch Wind erzeugt störende Induktion
  • Temperaturveränderungen innerhalb 4,2 bis 4,0°C haben geringen Einfluss auf Signalniveau

Implikationen für Experimente:

  • Erdung ist zentraler Verstärkungsfaktor bei passivem Empfang
  • Frostbedingte Leitungswiderstände müssen berücksichtigt werden

Planungsziel:

  • Ziel: Evaluierung der minimalen physikalischen Bedingungen für Empfang ohne Energiezufuhr
  • Vorgehen:
    • Signalstärke vs. Temperaturkorrelation visualisieren
    • Materialwahl hinsichtlich Leitfähigkeit und Stabilität verbessern

Limitationen & Fallstricke

Datenbezogene Limitationen:

  • Kleine Stichprobe, ausschließlich manuelle Messung
  • Hohe Unsicherheit durch subjektive Tonwahrnehmung

Kausalität & Generalisierbarkeit:

  • Ergebnisse gelten nur für lokale Bedingungen und spezifische Aufbauten

Praktische Fallstricke:

  • Kontaktinstabilität durch Frost
  • Gefahr durch Metallkontakt bei Kälte
  • Elektronisches Messgerät kann bei <5°C ausfallen

Nächste Schritte & Erweiterungen

Geplante Experimente:

  • Vergleichsmessung bei Tageslicht
  • Erfassung akustischer Spektren über Mikrofon-Interface

Analyseziele:

  • Spektralanalyse des Rauschsignals
  • Temperaturabhängigkeit des Schwingungsverhaltens der Antenne

Regression & Modellierung:

  • Lineare Regression Spannung vs. Temperatur
  • FFT-Auswertung der Geräuschmuster zur Identifikation möglicher Modulation

Community-Beiträge:

  • Bereitstellung offener Aufbauanleitung und Messdaten im Repositorium