radiowellen_experiment/manual_documentation
2026-01-11 04:11:42 +00:00
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Dokumentation des Radiowellen-Experiments am Donauufer

Purpose

Technische Dokumentation eines Feldexperiments zur Erfassung akustischer und elektromagnetischer Eigenschaften von Radiowellen in freier Umgebung.

Problemstellung: Radiowellenmessungen in offener Umgebung sind störanfällig durch Temperaturdrift, Wasserreflexion und mechanische Instabilität. Ziel ist, typische Fehlerquellen zu identifizieren und experimentell kontrollierbar zu machen.

Ziele:

  • Messen des Umgebungsrauschens im Frequenzbereich 30MHz1,8GHz
  • Ermitteln von Reflexionseffekten durch Wasseroberflächen
  • Korrelieren der Ergebnisse mit Temperatur- und Standortbedingungen
  • Erstellung eines sicheren, reproduzierbaren Mess-Setups

Kontext & Hintergrund

Aufgezeichnete Werte umfassen SNR, Rauschboden, Frequenzdrift und Temperaturdaten.

Gruppierung:

  • Baseline-Messung gegen Himmel
  • Reflexionstest (5° Elevation)
  • Langzeitdrift über 2h

Trace-Metadaten / zusätzliche Tags:

  • Zeitstempel
  • Position (Azimut, Elevation)
  • Gerätekonfiguration (LNB, SDR)

Domänenkontext:

  • Radioastronomie
  • Elektromagnetische Wellenausbreitung
  • Signalverarbeitung
  • Feldmesstechnik

Outlier-Definition:

  • Methode: manuelle Sichtung der Spektrallogs
  • Beschreibung: Werte >±2dB vom Mittelwert des Rauschbodens gelten als Ausreißer.
  • Metrik: Rauschpegelabweichung indB

Motivation:

  • Charakterisierung des Umgebungsrauschens außerhalb urbaner Quellen
  • Bewertung der Messstabilität bei niedrigen Temperaturen
  • Prüfung von Reflexionsartefakten durch Wasserflächen

Methode / Spezifikation

Übersicht:

  • Verwendung eines passiven Empfangssystems bestehend aus LNB, Parabolspiegel und USB-SDR
  • Kalibrierung durch Grundrauschmessung über 10min
  • Variation der Elevation zur Detektion von Reflexionseffekten

Algorithmen / Verfahren:

  • Kontinuierliche Aufzeichnung des Frequenzspektrums (30MHz1,8GHz)
  • Mittelwertbildung und Glättung über 2minIntervalle
  • Vergleichsmessung mit Elevation
  • Ableitung der SNR-Werte und Frequenzdrift über Zeit

Bootstrap-Übersicht

Resampling der gemessenen Pegel zum Schätzen der Streuung pro Frequenzband.

Zielgrößen:

  • mittlerer Rauschpegel (dB)
  • SNR

Resampling-Setup

  • Himmel
  • Wasserreflexion

Stichprobeneinheit: 1MinutenMittelwert

Resampling-Schema:

  • 1000 zufällige Stichproben pro Gruppe

Konfidenzintervalle:

  • Niveau: 0.95
  • Typ: Percentile-Bootstrap
  • Ableitung: aus Verteilung der Mittelwerte über 1000 Resamples

Abgeleitete Effektgrößen

Risk Difference (Differenz der Raten):

  • Definition: Differenz der mittleren Signal-Noise-Ratio zwischen Wasser- und Himmelmessung.
  • Bootstrap: Stichprobenbasierte CI-Schätzung der Mittelwertsdifferenz

Risk Ratio:

  • Definition: Verhältnis der Häufigkeit von Pegelsteigerungen (>1dB) in Reflexionsbedingung gegenüber Baseline.
  • Bootstrap: Konfidenzintervalle aus Resampling der Ereigniszählung

C-State-Kontrolle

Ziel: Stabilität der Systemkomponenten und Temperaturkompensation sicherstellen.

Vorgehen:

  • Erfassen der LNB-Temperatur über Zeit
  • Abgleich mit beobachteter Frequenzdrift
  • Markieren von Abschnitten mit interner Erwärmung

Input / Output

Input-Anforderungen

Hardware:

  • Parabolschüssel (60cm)
  • LNB mit 1,8GHzEmpfangsbereich
  • USB-SDRDongle
  • Laptop mit Datenerfassung
  • Thermosensor

Software:

  • SDR# oder gqrx zur Spektrumaufzeichnung
  • Python/Numpy zur Loganalyse

Konfiguration:

  • Samplingrate 2MS/s
  • Gain fixiert bei 45dB
  • Logging im CSVFormat

Erwartete Rohdaten

Felder pro Run:

  • timestamp
  • frequency_MHz
  • signal_dB
  • temperature_C
  • azimuth_deg
  • elevation_deg

Formatbeispiele:

  • 02:12,408.0,-97.8,3.1,180,85

Trace-Daten:

  • Format: CSV oder TXTLog mit >10000 Zeilen pro Stunde
  • Hinweis: Daten ohne personenbezogene Inhalte, rein physikalischer Messcharakter

Analyse-Ausgaben

Pro Gruppe / pro Governor:

  • Mittelwert Rauschboden
  • Standardabweichung
  • SNR
  • Frequenzdrift

Vergleichsausgaben:

  • Himmel (0°) vs Wasser (5°)

    • Δ: +1.2dB
    • CI(Δ): ±0.3dB (95%)
    • RR: 1.05
    • CI(RR): [0.98,1.12]
  • C-State-Korrelation: Temperaturanstieg von +6.4K korreliert mit 0.04MHz/h Drift.

  • Trace-Muster: Leichte Pegelmodulation bei Windstößen, als mechanisches Artefakt klassifiziert.

Workflow / Nutzung

Analyse-Workflow:

  • Feldaufbau prüfen und dokumentieren (Sicherheitscheck)
  • Initialmessung (Grundrauschen, 10min)
  • Vergleichsmessungen (Elevation variieren)
  • Datenauswertung in Python
  • Ergebnisvergleich und Bootstrap-Resampling

Trace-Template-Anforderungen

Ziel: Reproduzierbare Messung elektromagnetischer Naturrauschwerte

Erforderliche Tags & Metadaten:

  • Ort
  • Datum
  • Temperatur
  • Elevation
  • Rauschpegel

trace-cmd-Setup:

  • Samplingrate und Gain fixieren
  • Frequenzbereich definieren
  • Konstante Antennenausrichtung

Run-Design für Contributors:

  • Einzelmessungen ≥30min
  • Keine aktiven Sendequellen
  • Sicherheitsabstand zum Wasser 2m+

Interpretation & erwartete Ergebnisse

Kernbefunde:

  • Rauschboden bei 98dB stabil mit ±0.5dB Schwankung.
  • Messbare Reflexion vom Wasser mit Pegelzuwachs von +1.2dB.
  • Temperaturdrift beeinflusst Empfangsfrequenz signifikant.

Implikationen für Experimente:

  • Temperaturmonitoring essenziell für Präzisionsmessungen.
  • Reflexionsquellen müssen beim Aufstellen kalibriert werden.
  • Passive Radiobeobachtung ist im Nahfeld von Gewässern möglich, erfordert aber Korrekturfaktoren.

Planungsziel:

  • Ziel: Stabilisierte Messkette für wiederholbare SDRFeldmessungen entwickeln.
  • Vorgehen:
    • Verbesserte Fixierung gegen Wind
    • Automatisches Temperaturlogging
    • Vergleich unter klaren atmosphärischen Bedingungen

Limitationen & Fallstricke

Datenbezogene Limitationen:

  • Kleine Stichprobe (eine Nacht)
  • Feuchte- und Temperaturschwankungen verzerren Messwerte

Bootstrap-spezifische Limitationen:

  • Nichtparametrische Unsicherheiten bei geringer Datenmenge
  • Bootstrap-spreizung kann Schätzfehler unterschätzen

Kausalität & Generalisierbarkeit:

  • Keine kausale Trennung von atmosphärischer Dämpfung und Gerätedrift möglich
  • Ergebnisse nur lokal übertragbar

Praktische Fallstricke:

  • Windvibrationen führen zu Resonanzartefakten
  • AkkuKapazität begrenzt Laufzeit bei niedriger Temperatur
  • Kondensation am LNB kann Dämpfung erhöhen

Nächste Schritte & Erweiterungen

Geplante Experimente:

  • Wiederholung bei klarer Witterung im Frühjahr
  • Vergleichsmessung auf höherem Gelände ohne Wasserreflexion

Analyseziele:

  • Automatische Driftkorrektur entwickeln
  • Langzeitverlauf über mehrere Nächte auswerten

Regression & Modellierung:

  • Temperatur vs. Frequenzdrift lineare Regression
  • Modellierung des Rauschpegels nach Umgebungsparametern

Community-Beiträge:

  • Offene Datenveröffentlichung der Logs
  • Bereitstellung von Mess-Templates und Sicherheitschecklisten